Mörder findet seine Opfer in Dötlingen

– 07.01.2009 –  www.kreiszeitung.de

Bremen-Krimi gibt Einblicke in das Künstlerdorf
In diesem Bremen-Krimi bekommt auch Dötlingen eine Rolle als Tatort.
Weitere Bilder zu diesem Artikel07.01.2009 · DÖTLINGEN (dr) Mord in Dötlingen. Das kommt glücklicherweise höchst selten vor. Ein Doppelmord gar ist sicherlich schon einige Jahrzehnte her. Nun aber ist es wieder dazu gekommen. Allerdings nur in der Vorstellungswelt eines Bremer Autors. Der lässt zwei Damen mittleren Alters Opfer eines raffinierten Mörders werden, der seine Leichen in ganz besonderer Weise bestattet.

„Für immer mein“ heißt ein Bremen-Krimi von Joe Schlosser, der den Leser unter anderem in die Gemeinde Dötlingen entführt, bevor es in Stühren bei Bassum zu einem spannenden Finale kommt.

Mit den Ermittlungen ist die Bremer Kriminaloberrätin Mechthild Kayser beschäftigt. Zuerst wird die Leiche einer Frau auf einem verlassenen Gewerbegrundstück in Bremen gefunden. Die Dame trägt Original-Kleidung aus den Sechziger Jahren, wurde schönheitschirurgisch behandelt und anschließend vakuumverpackt in Folie verschweißt. Wenig später wird eine weitere Frau in Bremen entdeckt, die ebenso seltsam verpackt beerdigt wurde.

Während Mechthild Kayser und ihr Team sich auf die Suche nach dem Täter begeben, bereitet dieser in seinem abgelegenen Bauernhaus (glücklicherweise nicht in Dötlingen) den Übergriff auf seine nächsten Opfer vor. Diese findet er nach dem Studium der Zeitung bei einer Tanzteeveranstaltung in einem Dötlinger Gasthaus. Das Restaurant existiert nicht in der Realität. Es heißt „Gasthof Zur Linde“ und wird als alter Backsteinbau mit kleinen Fenstern vor der Schankstube beschrieben. Dort treffen sich vorwiegend ältere Damen, um gemeinsam Spaß zu haben und vielleicht einen Flirt zu wagen. Hierhin zieht es auch den Mörder.

In dem Buch heißt es: „Benjamin hatte sich etwas verspätet. Schon auf dem Parkplatz des Gasthofes war die Musik aus dem Ballsaal zu hören. Freddy Quinns ,Junge, komm bald wieder‘ drang durch die geöffneten Fenster. Nicht weit entfernt stand ein leerer Reisebus. Er schob sich die beiden goldenen Eheringe hintereinander über seinen Ringfinger. Sie sollten ein unübersehbares Zeichen sein, das ihn als Witwer auswies. Er glaubte, damit interessanter für bestimmte Frauen zu werden. Zum Beispiel für allein stehende Witwen.“

Der Plan gelingt. Gleich zwei Damen kann der Mörder um den Finger wickeln. Wenig später sind ihm die Ermittler Ludovic und Stein auf der Spur. „Sie fuhren langsam in den Ortskern und hielten Ausschau nach weiteren Hinweisschildern. Dötlingen war zwar nur ein kleiner Ort und hatte höchstens ein paar tausend Einwohner. Stein fielen aber die vielen Hinweisschilder zu Ateliers und Galerien auf, die am Straßenrand standen. ,Tja‘ sagte Ludovic. ,Dötlingen hat eben eine lange Tradition als Künstlerort.‘ – ,Woher weißt du das denn?‘ – ,Als ich noch in der Grundschule war, haben wir hierhin eine Klassenfahrt gemacht. In Dötlingen gab es damals ein Schullandheim. Aber frag mich jetzt nicht, wo das war!“

Zwar finden die beiden Ermittler die vermissten Damen nicht in der Gemeinde Dötlingen, doch sie erhalten hier interessante Auskünfte, die sie auf die richtige Spur bringen.

Am Ende, so gehört es sich wohl für einen Krimi, wird der Täter dingfest gemacht, so dass die Dötlinger Bevölkerung keine weiteren Morde fürchten muss.

Der Autor Joe Schlosser war früher als Pfadfinder öfter in Dötlingen, zudem hat er über seine Frau, eine bildende Künstlerin, noch immer gute Kontakte in den beliebten Künstlerort. Der Bremer hat mit „Für immer mein“ seinen ersten Krimi vorgelegt, der aufgrund seines Lokalkolorits absolut lesenswert ist. Einen weiteren regionalen Bezug gibt es zudem noch: Der Roman ist im Oldenburger Schardt Verlag erschienen. Er kostet 14.80 Euro.